Bruno Krumbeck

September 2026

Saisonrückblick – Ups and Downs bis Coimbra

Liebe Oma, da bin ich mal wieder. Das mit den regelmäßigen Blogs hat ja wohl nicht so gut geklappt :) Ich sitze hier mal wieder in der Saisonpause und denke mir, es wäre doch mal wieder Zeit, ein bisschen was zu schreiben und dann öffne ich die Website und sehe, dass der letzte Beitrag genau ein Jahr her ist. Dieses Jahr war einfach gut. Natürlich gab es vieles, was nicht so lief, aber ich blicke doch sehr zufrieden auf die Saison. Im letzten Winter habe ich ziemliche Fortschritte gemacht, daher hoffe ich mal, dass der Coach diesen Winter wieder zaubert und wir nochmal so einen Fortschritt schaffen.

Aber erstmal zurück zu letztem Jahr: nachdem ich im März aus dem Trainingslager in Portugal zurückgekommen bin, habe ich mich echt fit gefühlt und war bereit, mein erstes Jahr in der Elite zu starten. Die Weltrangliste hatte jedoch andere Pläne für mich und so meldete ich mich zwar wie ein Weltmeister für die Rennen, doch starten konnte ich dann letztendlich erst im Juni. Dafür war der Start aber umso besser und ich konnte in Tunesien gleich mal ein paar Punkte für die Weltrangliste sammeln. Danach war es dann auch leichter, auf die Europacups zu kommen, jedoch waren die Rennen dann eher dazu da, Erfahrung zu sammeln. Insgesamt habe ich in der ersten Saisonhälfte 3 Europacups gemacht und konnte von Rennen zu Rennen einige Fehler abstellen. So richtig für die Spitze reichte es dann aber leider nicht. Das Highlight der ersten Saisonhälfte war dann die Deutsche Meisterschaft am Steinhuder Meer. Die Nervosität vor den Rennen, die ich am Anfang der Saison noch hatte, war mittlerweile so moderat, dass ich relativ gelassen ins Rennen gehen konnte. So richtig viele Hoffnungen habe ich mir, um ehrlich zu sein, aber eh nicht gemacht. Das Rennen verlief dann aber sehr gut. Als einer der Letzten saß ich in der großen Führungsgruppe und durch eine wirklich gut funktionierende Gruppe konnten wir die Lücke ausbauen. Vom Rad runter hatte ich dann meinen Teamkollegen Fabian Schönke vor mir und ich dachte mir nur, ich bleibe einfach so lange bei ihm dran, wie es geht. Das hat dann doch um einiges besser funktioniert als gedacht und so lief ich bis Kilometer 4,5 hinter ihm. Dann hat Fabi nochmal ordentlich angezogen und ich war dann doch recht grau. Im Ziel bin ich von einem Platz in der Top 15 ausgegangen und war erstaunlicherweise nicht so zufrieden. Ich dachte mir, ich hätte sicher noch tiefer gehen und eine bessere Platzierung holen können. Es hat ein paar Stunden gebraucht, bis ich wirklich gemerkt habe, dass der 8. Platz gesamt und der 4. Platz in der U23 etwas sind, auf das ich stolz sein konnte.

Nach dem Rennen in Steinhude sollten dann eigentlich ein paar wettkampffreie und vielleicht etwas entspanntere Wochen folgen. So entstand der Plan, einen Kurzurlaub mit ein paar Freunden kurz hinter der französischen Grenze zu machen. So weit, so gut, doch die anstehenden Klausuren in der Uni machten die Zeit dann weniger entspannt als erhofft. Das Zeitmanagement hat sich aber nicht wirklich verändert. Anstelle von entspanntem Wandern bin ich dann halt mit der Klausur im Hinterkopf gewandert. Der Urlaub ging so schnell vorbei, doch in der Zeit danach habe ich es dann bereut, nicht mehr gelernt zu haben. Das mit der Klausur hat dann auch eher so semi gut funktioniert bzw. ich darf die Matheklausur nochmal schreiben :) Naja, danach fiel mir aber erstmal ein ziemlicher Stein vom Herzen, denn bis zur nächsten Klausur hatte ich dann ein paar Wochen Zeit. Der ursprüngliche Plan war, die beiden verbleibenden Bundesligarennen und drei weitere Europacups bis Ende Oktober zu machen. Das Rennen im Allgäu war ganz nach dem Motto „Ein Fiebertraum ist auch ein Traum“. Nachdem es den ganzen Tag geregnet hat, wurde das Rennen verkürzt und der Start verschoben. Dementsprechend war die Anspannung weg und das Rennen nicht so richtig gut. Letztendlich hat es dann aber doch ziemlich Spaß gemacht und bis auf die Platzierung war es wirklich ein gutes Rennen. Und da wir dann ja eh schon mal da waren, haben wir dann gleich noch zwei Tage Wanderurlaub hinten dran gehängt. Beim Wandern haben wir dann festgestellt: Das Allgäu ist auch nur eine billige Kopie des Schwarzwalds. Das Rennen in Hannover habe ich dann mehr oder weniger beim Schwimmen verloren und konnte beim Laufen den Schaden auch nicht mehr minimieren. Dann kam der Planwechsel. Der ursprüngliche Plan mit den drei Europacups bis Ende Oktober schrumpfte schnell auf zwei: Portugal und Teneriffa. Für Portugal war ich zu der Zeit bereits gemeldet und auf der Startliste, bei Teneriffa wiederholte sich aber genau das Spiel vom Saisonanfang: Zu viele bessere Athleten wollten starten, und ich hing mal wieder irgendwo im Nirgendwo auf der Startliste. Nach etwas Überlegen, einem Blick auf die viel zu teuren Flüge und ohne eine wirkliche Zusage für einen Start habe ich mich dann entschieden, die Saison nach dem Rennen in Portugal zu beenden, statt für eine Ungewissheit nochmal Geld und Zeit zu investieren. Irgendwie ein komisches Gefühl, die erste Elite-Saison so ausklingen zu lassen, aber ich habe mich doch recht schnell damit abgefunden.

Auf das Rennen in Portugal habe ich mich dann umso mehr gefreut. Die Stadt Coimbra in Portugal ist wirklich wunderschön und auch die Wettkampfstrecke versprach ein spannendes Rennen. Vor allem die Schwimmstrecke war mit der ersten Boje nach 150 m eine ordentliche Herausforderung. Hier entschied sich dann leider auch für mich das Rennen und ich verlor wieder beim Schwimmen viel Zeit auf die Spitze. Ich saß dann in der dritten Gruppe und obwohl wir die zweite Gruppe noch sehen konnten, kamen wir einfach nicht ran. Und so wie das dann immer ist, wollte keiner mehr vorne fahren, um Kraft fürs Laufen zu sparen. Das hätte ich dann im Nachhinein lieber machen sollen, denn ich wurde dann ziemlich von den anderen überrannt. Am Ende war es dann der 49. Platz und mit Startnummer 50 habe ich zumindest Beat Your Number geschafft. Naja, das war zwar nicht wirklich der Saisonabschluss, wie ich ihn mir erhofft hatte, aber Haken dran. Dafür hatten wir dann einen lustigen Abend, bevor der Flieger dann am nächsten Morgen um 6:00 Uhr zurück nach Deutschland ging.

Mittlerweile ist es ja schon Tradition, dass ich beschreibe, von wo aus ich den Blog schreibe: Ich sitze gerade mit Nele auf einer Wiese vor dem Wohnmobil von Neles Eltern, esse Baguette und tippe den Blog.